Grundschule Burr Fairfleid, Connecticut, USA

Grundschule Burr Fairfleid, Connecticut, USA

Architekt    SOM .Education Lab’, New York

Kapazität    496 Schüler von 5-11 jahren

Bebaute Fläche    6.500 m2

Klassenraumgröße     79 m2

Parkplätze    60

Baukosten    12 Millionen USD

Fertigstellung    2004

Gruppenstruktur    Vierzügiges Klassensystem. 22 Schüler pro Klasse

Kompakter Grundriss mit charakteristischen Innenhöfen zur Realisierung einer wirtschaftlichen und ansprechenden Anlage

Zwei im Vorfeld von Schulpianungen regelmäßig auftretende Themen sind erstens die Raumverknüpfungen zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen – ein Anliegen insbesondere der Mitarbeiter – und zweitens das Verfangen nach Gebäuden mit expressiven Freiformflächen und runden und organischen Formen, in denen das lernen Spaß macht – ein Anliegen insbesondere der Kinder. Diese beiden ZieSvorsteliungen widersprechen einander zumeist.

In der Grundschule Burr ist es den Planern mit einem charakteristischen neuen Schulgebäude gelungen, beiden Wünschen gerecht zu werden. Aus der Entfernung nimmt man einen zweigeschossigen rechteckigen Block mit Mezzaningeschossen wahr, der an eine elegante, großflächig verglaste Fabrik auf grüner Wiese erinnert. Bei genauerer Betrachtung weist die Grundform jedoch reizvolle Einblicke auf, etwa durch halbovale Aussparungen am rückwärtigen Parkplatz, und – in noch stärkerer Ausprägung – an der Südseite. Beide fungieren als Eingangshöfe. Vier weitere, amöbenförmige Gebäudeeinschnitte bilden Lichtschächte innerhalb der rechteckigen Grundrissform. Dadurch entstand eine außergewöhnliche, Sichtdurchfiutete Architektur ohne Einbußen für die Kohärenz der wesentlichen Funktionen im Grundriss.

Die Raumorganisation folgt einem orthogonalen Prinzip, indem konventionelle Klassenräume mit quadratischem Grundriss an den Längsseiten des Quaders aufgereiht sind und gemeinsame Nutzungen wie Turnhalle, Cafeteria und Aula zwischen sich einkiammern. Die Ausspa-
rungen für Lichthöfe sorgen für räumliche Spannung und gliedernde Akzente im Grundriss. Sie sind zugleich ein organisatorischer Kunstgriff. Ähnliche Räume sind um eine Naturkunde-, eine Musik- und eine Cafeteria-„Blase“ gruppiert. Dicht zusammengefügt fungieren negative und positive Formen dann entweder als äußere Leerräume oder als Innenbereich. Aus der Intimität der Innenhofform entwickelt sich ein Gefühl von räumlicher Ambivalenz; die Differenzierung zwischen Innen und Außen scheint aufgehoben zu sein. Eine weitere positive Auswirkung ist die ebenso expressive Formensprache der als Verkehrszonen dienenden Zwischenräume, die einen erfrischenden Kontrast zu den gewohnten geradlinigen Korridoren vieler Schulen mit einem ähnlichen Grundrisstyp darstellen.
Das 6 ha große Grundstück ist mit Eichen-, Ahorn- und Tulpenbäumen bedeckt, eine Art von Waldland, die infolge suburbaner Zersiedlung – welche wiederum den Bedarf an einer Schule bewirkt – zusehends schwindet. Die Integration der Natur in die Gebäudeform ist einer der konzeptionellen Schlüsselgedanken. Alter und neuer Baumbestand ragt aus dem Schulgebäude empor und macht die Natur in den Innenhöfen greifbar. Nord- und Südwände bestehen aus Betonblöcken mit einer blasenartig rustizierten Oberfläche. Eine lange geschwungene Bank aus rauem regionalen Naturstein im Eingangsbereich ist ein Tribut an die natürliche Umgebung und ihre Geschichte, eine Anspielung gar auf den amerikanischen Traum von einer naturgemäßen Zivilisation.

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