Hachoresh School Zichron Yaacov, Israel

Hachoresh School Zichron Yaacov, Israel

Architekt    Shimon und Gideon Powsner, Tel Aviv

Kapazität    800 Schüler von 5-12 Jahren

Bebaute Fläche    3.000 m2

Klassenraumgröße     50 m2 (für 36 Schüler)

Parkplätze    30

Baukosten    8.6 Millionen ILS

Fertigstellung    1988

Gruppenstruktur    Traditionelles dreizügiges Klassensystem

Eine dorfähnliche Anlage über dem Mittelmeer, die Klassenräume sind um eine Reihe von Gemeinschaftsbereichen frei angeordnet.

Die Schule wurde für einen kleinen Touristenort auf einem sehr schönen Grundstück errichtet. Das Architekturkonzept stellt einen engen Bezug zur Topographie her, einer zum Meer führenden Schlucht zwischen zwei Hügeln mit Wohnsiedlungen. Das Gebäude besteht aus einer Reihe von verbundenen Höfen, um die herum kleine villenartigen Pavillons im Stil der Wohnhausarchitektur der Region angeordnet sind.

Die Gebäude sowie der Hof fügen sich der Hanglage und bieten herrliche Ausblicke aufs Meer. Die Architekten haben die Gebäudeanordnung auf die Außenräume abgestimmt: Ein Eingangsbereich wird durch den Verwaltungs – und den Bibliotheksflügel definiert; ein Amphitheater führt vom Eingang zum „Dorfplatz“, einem Gemeinschaftsbereich, den Gruppen von Klassenräumen einfassen; und schließlich ergänzt ein kleiner Patio die Räume des Kindergartens. Mithilfe dieses Vokabulars wird das architektonische Planungskonzept definiert und eine kompakte urbane Figur geschaffen, die Sicherheit und Gemeinschaftssinn vermittelt.

Die Raumorganisation eines jeden Teilgebäudes folgt einer Einteilung in funktionale Bereiche, die jedoch insgesamt ein zusammenhängendes Ensemble bilden. Verwaltungsbüros und Bibliothek flankieren den halb-offenen Hof im Bereich des hangabwärts gelegenen Eingangs. Die Empfangsschleuse bildet das Gelenk beider Flügel. Dahinter liegt das Amphitheater, das als Gemeinschaftsbereich allen Schülern zur Verfügung steht. Mit seiner malerischen Meereskulisse ist dies ein einzigartiger Ort, der seine idyllische Lage vollständig ausschöpft. Über gestufte Säulengänge an beiden Seiten des Amphitheaters gelangt man zum Schulhof auf der nächsten Ebene, um den die Klassenräume gruppiert sind. Zu jedem Klassenraum gehört ein eigener Hof an der Außenfassade des Gebäudes, ein zusätzlicher Außenbereich abseits der Gemeinschaftshöfe im Inneren des Ensembles. Weiter hinauf gelangt man in den Schulhof der Vorschulkinder. Das pädagogische Konzept bildet einen wesentlichen Aspekt in der Architektur. Die traditionelle geschlossene Klassenraumstruktur wird durch ein offenes Grundrissprinzip aufgelockert. Die Schüler sind in drei Altersgruppen eingeteilt, für die jeweils eine eigene, deutlich
hervorgehobene „Hauszone” zur Verfügung steht.

Der Schule entstanden somit flexible Nutzungsmöglichkeiten, ohne dass dadurch zu viele Ablenkungen für die Kinder geschaffen wurden. Dies kommt besonders in den Klassenraumgruppierungen zur Geltung: Dort gibt es massive Trennwände zwischen den Unterrichtsräumen, eine Glaswand mit Tür zum eigenen Hof an der Außenseite und eine Öffnung zum Gemeinschaftsbereich an der vierten Innenwand. Das Gefühl der Zugehörigkeit zu den unterschiedlich strukturierten Gruppen, deren Größen vom kleinen Kiassenverband bis zur gesamten Schülerschaft reichen können, wurde behutsam inszeniert. Die architektonische und pädagogische Struktur bildet eine Art gesellschaftlichen Lehrplan, der Freundschaften über die Altersgruppen hinweg fördert.

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