Joint Denominational School Sheffield, Großbritannien

Joint Denominational School – Sheffield, Großbritannien

Architekt    D5DHA, London

Kapazität    315 Kinder von 3-11    Jahren

Bebaute Fläche    1.800 m2

Klassenraumgröße     56 m2

Parkplätze    19

Baukosten    3,5 Millionen CBP

Fertigstellung    2006

Gruppenstruktur    Altersbezogene 1 ½-zügige Schule

Der gezielte Einsatz von natürlichem Tageslicht vermittelt die spirituelle Botschaft der Schule.

Die im September 2006 eröffnete Schule entstand als direkte Antwort auf den Wunsch des kirchlichen Auftraggebers nach einem Schulgebäude, das die Möglichkeiten der spirituellen Dimension in der Erziehung ausschöpfen sollte. Die Architekten wurden von der Anglikanischen Kirche und den örtlichen katholischen Diözesen beauftragt, zwei bestehende Konfessionsschulen zusammenzufassen, die St. John’s Church of England und die St. Oswald’s Catholic School – eine ungewöhnliche Fusion zwischen zwei christlichen Glaubensgemeinschaften.

Es sollte eine Umgebung entstehen, die eine religiöse Dimension vermittelt ohne auf offenkundige konfessionelle Symbole zurückzugreifen. Die Planer haben sich auf die Hervorhebung dieses spirituellen Themas mittels behutsam eingesetzten Tageslichts in außergewöhnlichen skulpturalen Räumen konzentriert. Die Bauarbeiten sollten durchgeführt werden, ohne den laufenden Schulbe-trieb zu unterbrechen. Folglich war der einzig verfügbare Bauplatz eine steile Böschung, die das Gebäude überwindet. Die Cebäudeform nutzt den natürlichen Höhenunterschied zwischen beiden Geschossen durch eine geschickte Anordnung von Außenterrassen und Landschaftsabstufungen. Dadurch werden Klassenräume und Spieibereiche auf beiden Ebenen des zweigeschossigen Gebäudes von außen zugänglich: Zur Kindertagesstätte gelangt man im Obergeschoss; im unteren Geschoss verfügen die Klassenräume der ersten Jahrgangsstufen jeweils über einen direkten Zugang, während die älteren Schüler bis zum elften Lebensjahr einen gemeinsamen Eingang nutzen. So werden ältere und jüngere Schüler
getrennt, ohne die Schule in zwei Gebäude zu zerteilen. Das abschüssige Gelände erzeugt darüber hinaus zwei Geometrien in der Grundrissform: Die Klassenräume im Südflügel sind der Länge nach aufgereiht, während öffentlichere Bereiche wie Versammlungsräume, Küchen und Büros entlang einer zentrale Achse im Nordflügel liegen. Diese Grundstücksvorgabe wurde außerdem genutzt, um eine attraktive Verkehrsachse zu bilden, in der auch kleine Gruppenräume Platz finden. Eines der wesentlichen architektonischen Merkmale sind Lüftungskamine, die durch Schornsteineffekt Luft aus dem Gebäude saugen. Sie bewirken eine Anhebung der Deckenhöhen und schaffen abwechslungsreiche Raumatmosphären, indem sie im Bereich der Lüftungsöffnungen Licht von oben einführen. So entsteht im Herzen des Gebäudes eine ganz
eigene Raumdynamik. Diese wird darüber hinaus durch die Brücke im Obergeschoss akzentuiert, die den Leer-raum über dem Andachtsraum offenbart, den Eingang markiert und sich eindrucksvoll zum Himmel emporhebt.

Die Architekten haben eng mit dem Auftraggeber zusammengearbeitet, um für das gesamte Ensemble eine Atmosphäre der Ruhe zu entwickeln, wobei insbesondere auf die akustischen Eigenschaften der Oberflächen geachtet wurde, um den widerhallenden Lärm der Kinder weitgehend zu dämpfen. Gleichzeitig bietet die in der gesamten Schule herausgearbeitete feinfühlige Lichtgestaltung eine erfrischende Alternative zur modernistischen Architekursprache manch zeitgemäßer Schule.

 

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