Mary-Poppins-Grundschule Berlin, Deutschland

Mary-Poppins-Grundschule  Berlin, Deutschland

Architekt    Caroia Schäfers Architekten, Berlin

Kapazität    600 Schüler von 5-11 Jahren

Bebaute Fläche    3.000 m2 (ohne Turnhaiie)

Klassenraumgröße    a 65 m2

Parkpiätze    3

Baukosten    10.3 Millionen DM (ohne Turnhalle)

Fertigstellung    2000

Gruppenstruktur    Traditioneile dreizügige Schule

Die zentrale Grundschule mit separater Turnhalle ist Bestandteil eines Masterplans für eine neue Wohnsiedlung

Die Schule ist zentraler Bestandteil der Infrastruktur für ein derzeit im Bau befindliches Wohngebiet auf dem ehemaligen Flugplatzgelände von Gatow am Westufer der Berliner Havel. Kernstück der Siedlung ist eine große Wiese, die erhaben und aufgewertet wurde, um das neue Wohngebiet mit einer „grünen Lunge“ zu versehen und den vorhandenen See mit einer neuen Parkanlage zu verknüpfen. Wiese und Park sind durch eine neue Reihenhauszeile begrenzt. Die für Kinder und Familien gut erreichbare Schule liegt zwischen Wohnbebauung und Grünzone im Herzen der ökologisch orientierten Neubausiedlung.

Die freistehenden Volumen der Wohnhäuser und der Schule tragen zur Gliederung der öffentlichen Freiräume bei und sorgen für Aussichten Ober die Baukörper hinweg und zwischen ihnen hindurch. Die Schule selbst umschließt mit den drei Seiten ihrer U-Form einen nach Süden geöffneten Hof. Das dreigeschossige Gebäude bildet eine schützende Rückwand zur Straße im Norden; im Erdgeschoss schließt eine Fußverbindung den Hof und setzt die Ost-West-Achse des Grundstücks fort. Von hier aus erreicht man die Turnhalle im Osten mit Fußballplätzen und einem gewöhnlichen Spielplatz im Westen. Die Sporteinrichtungen sind gemeinnützige Anlagen und werden tagsüber von den Schülern und abends von den lokalen Bewohnern genutzt.

Die Klassenräume sind in den zwei Ost-West-Flügeln des Schulgebäudes entlang eines zweibündigen Korridors und in Fluchten von vier Räumen angelegt, im Erdgeschoss mit der Vorschule beginnend und im dritten Geschoss mit der sechsten Klasse abschließend. Je älter die Kinder werden, desto höher steigen sie in dem Gebäude auf. Verwaltung, Lehrerzimmer und Medienraum/Bibliothek befinden sich auf Erdgeschossniveau innerhalb eines abgeschlossenen „Erwachsenenbereichs” im Westflügel. Das Foyer ist ein eindrucksvoller dreigeschossiger Raum mit Galeriebrücken in den oberen beiden Ebenen, die über eine auffällige, ovale Treppe erschlossen werden. Das Hinauf- und Hinabsteigen in dem Gebäude macht sie zu einem Erlebnis.

Architektonisch orientiert sich das Gebäude mit Flachdächern und weiß verputzten Wänden an der Bauhaus-Moderne des 20. Jahrhunderts. Neben gedämpften Farben verwenden die Architekten natürliche Materialien wie Holz für Fenster, Decken und Wandverkleidungen. Durch das Zusammenspiel der Oberflächen mit einer subtilen Seiten- und Oberbelichtung in den Erschließungsbereichen und Gemeinschaftsräumen entsteht ein gedämpftes und doch wirkungsvolles Gebäude. Das Thema der Raumorientierung war den Architekten offenbar ein besonderes Anliegen. Je nach Raumsituation weiten oder verengen sich die wirkungsvoll belichteten Verkehrsflächen. Das robuste Gebäude ist auf die Beanspruchungen zukünftiger Generationen ausgerichtet und hat eine wirkungsvolle Präsenz im öffentlichen Raum.

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